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Wer bin ich? Bin ich ich, aus mir selbst heraus? Ich bin ich mit den anderen! Ich lebe mit ihnen, verbringe Zeit mit ihnen, ich liebe, leide, freue mich mit ihnen; doch ich kenne sie nicht, bin ihnen fremd und sie mir! Ich kann nicht in ihr Denken, Fühlen, Handeln eindringen, sehe nur die Oberfläche. Und doch gibt diese mir einen kleinen Einblick.
Ob sie gespielt sind, die Gesten, oder echt ist in diesem Moment unwichtig, denn wir sind in Kontakt, wir sind auf bestimmte Weise miteinander verbunden, es reicht schon ein Blick!
Ein Blick ist ein Gedanke, wird zur Handlung, zum Bild, wird zum Foto.
Ein winziger Augenblick der Ruhe, des Chaos, ein winziger Augenblick des Seins.
Was passiert mit einem Menschen, wenn man ihn vor eine weiße Wand setzt, ihn mit einem Blitz anstrahlt und zusätzlich eine Kamera auf ihn richtet?
Öffnet er sich? Geht er aus sich heraus? Spielt er eine sich selbst auferlegte Rolle? Übernimmt er ein Schema, will er sich in irgendeiner Form darstellen – nett, cool, tragisch, lässig, lasziv, sexy, gedankenverloren, intellektuell, brav, fies, naiv, hilflos...
Er redet mit mir, der Mensch. Er sieht mich an, hinter der Kamera, er blickt durch die Kamera, an ihr vorbei...
Er ist er und ich bin ich!
Wir sind – er durch mich und ich durch ihn!
Wir sind uns begegnet, wir konnten uns, durch uns, ein Stück weiter definieren!