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20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung begebe ich mich auf Spurensuche.

Ich kannte ihre Geschichten nicht, als ich sie das erste Mal traf. Ich wollte so unvoreingenommen, wie möglich fotografieren.
Wie bei meiner Abschlussarbeit im letzten Jahr, ging es mir um den kurzen Moment der Begegnung – das Modell, die Kamera und ich und Sekunden der Stille, der Konzentration.
Es gibt keinen richtigen oder falschen Moment, indem man den Auslöser der Kamera betätigt – genau wie es keine richtigen oder falschen Menschen – kein Gut oder Böse für mich gibt.
Es gibt die Vergangenheit, die in uns steckt, die wir alle auf eine andere Art und Weise gesehen, empfunden und erlebt haben, die nicht mehr zu verändern ist und die uns doch alle am Ende wieder zusammen führt; mich in meiner Position als junge Fotografin, hinter der Kamera und sie als Zeitzeugen vor der Kamera.
Obwohl ich mit 6 Jahren nicht viel mitbekommen habe, von den großen politischen Umwälzungen der Wendezeit, ist sie doch auch ein Teil von mir und gehört zu meiner kleinen Geschichte.
Ich danke an dieser Stelle all den Personen, die ich fotografieren durfte.
Gern habe ich mit ihnen gesprochen und ihre Gesichter festgehalten – nicht als Soldaten, nicht als Offiziere, nicht als Flieger oder Zeitzeugen, sondern einfach als Menschen!

28. Juli 2011 Caroline Wagner